Fallstudie: Automatisierte Qualitätskontrolle bei Grünfeld Mechanik AG

„Wir haben die Ausschussrate in der Produktion um 38 % gesenkt und sparen jährlich rund CHF 420'000 ein."
Branche: Präzisionsmechanik Projektdauer: 14 Wochen Standort: Kanton Bern

Grünfeld Mechanik produziert Kleinteile für die Medizintechnik. Bis Anfang 2025 prüften zwei Mitarbeitende jede Charge visuell. Fehlerhafte Teile wurden oft erst beim Kunden entdeckt. Unser Team hat ein kamerabasiertes Erkennungssystem aufgebaut, das fehlerhafte Teile in Echtzeit aussortiert.

Roboterarm bei der Qualitätskontrolle in einer Schweizer Produktionshalle
Fallstudie: Phase 1

Artificial Intelligence für industrielle Qualitätssicherung

Der erste Schritt war eine zweiwöchige Analyse der bestehenden Produktionslinie. Wir haben 12'000 Bilder von Gut- und Schlechtteilen erfasst, annotiert und ein Convolutional Neural Network trainiert. Das Modell erreichte nach drei Iterationen eine Erkennungsgenauigkeit von 96,4 %.

Entscheidend war die Integration in die bestehende SPS-Steuerung. Kein Maschinenstopp, kein Umbau. Die Kamera sitzt auf einem Schwenkarm über dem Förderband und kommuniziert über OPC UA mit der Anlage.

Unsere Fähigkeiten im Überblick

Computer Vision

Objekterkennung, Defektklassifikation, OCR auf Bauteilen. Wir arbeiten mit PyTorch und ONNX Runtime, damit Modelle direkt auf Edge-Geräten laufen. Typische Inferenzzeit: unter 40 ms pro Bild.

„Das System erkennt Kratzer, die wir mit blossem Auge übersehen." — R. Bühler, Produktionsleiter Grünfeld

Prädiktive Wartung

Sensordaten aus Maschinen werden in Echtzeit ausgewertet. Unser Algorithmus erkennt Verschleissmuster bis zu drei Wochen vor einem Ausfall. Für einen Kunden im Kanton Zürich hat das die ungeplanten Stillstände um 62 % reduziert.

Dokumentenverarbeitung

Rechnungen, Lieferscheine, Verträge: Wir extrahieren strukturierte Daten aus unstrukturierten PDFs. Ein mittelgrosses Treuhandbüro spart damit wöchentlich rund acht Stunden manuelle Eingabe.

Verarbeitungsgenauigkeit bei deutschsprachigen Dokumenten: 94,7 %

Sprachmodelle und Chatbots

Kundenservice-Bots, die tatsächlich funktionieren. Wir setzen auf Retrieval-Augmented Generation mit firmenspezifischen Wissensdatenbanken. Kein Halluzinieren, weil das Modell nur antwortet, was in den hinterlegten Dokumenten steht.

Datenplattformen

Bevor KI funktioniert, braucht es saubere Daten. Wir bauen Pipelines mit Apache Airflow und dbt, die Rohdaten aus ERP, CRM und IoT-Sensoren zusammenführen. Alles läuft in Schweizer Rechenzentren.

Vergleich: Klassische Automatisierung vs. KI-gestützte Lösung

Diese Tabelle zeigt den Unterschied anhand realer Projektdaten aus dem Grünfeld-Projekt.

KriteriumRegelbasierte PrüfungKI-Bildanalyse
Erkennungsrate72 %96,4 %
Falsch-Positiv-Rate11 %2,1 %
Einrichtungszeit2 Tage pro Teilevariante4 Stunden Nachtraining
Anpassung bei neuem TeilNeuprogrammierung nötigTransfer Learning
Laufende Kosten / JahrCHF 85'000 (Personal)CHF 18'000 (Infrastruktur)

Möchten Sie wissen, ob ein ähnliches Projekt für Ihr Unternehmen machbar ist? Wir prüfen das in einem kostenlosen 30-Minuten-Gespräch.

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Fallstudie: Phase 2 — Skalierung und Monitoring

Nach dem erfolgreichen Piloten auf einer Linie hat Grünfeld Mechanik das System auf drei weitere Produktionslinien ausgeweitet. Jede Linie verarbeitet andere Teilegeometrien, was zusätzliche Trainingsdaten erforderte.

Datenmanagement im laufenden Betrieb

Neue Fehlermuster tauchen auf, wenn Werkzeuge verschleissen oder Materialchargen wechseln. Deshalb haben wir ein Feedback-System eingebaut: Wenn ein Bediener ein Teil manuell nachprüft und das Ergebnis korrigiert, fliesst dieses Bild automatisch in den nächsten Trainingszyklus ein. So wird das Modell jede Woche ein Stück besser.

Monitoring-Dashboard

Ein Echtzeit-Dashboard zeigt die Ausschussrate pro Schicht, die Modellkonfidenz und Drift-Indikatoren. Wenn die Konfidenz unter 85 % fällt, wird automatisch eine Warnung an den Schichtleiter gesendet. In den ersten sechs Monaten ist das genau zweimal passiert.

Die gesamte Infrastruktur läuft auf einem lokalen Server im Werk. Keine Cloud, keine Daten, die das Gebäude verlassen. Das war eine harte Anforderung von Grünfeld, und wir haben sie eingehalten.

Projektzahlen

4 Produktionslinien ausgerüstet

48'000 Bilder im Trainingsdatensatz

Inferenz auf Nvidia Jetson Orin Nano

Amortisationszeit: 11 Monate

„Nach dem Piloten war klar, dass wir das auf alle Linien bringen. Die Zahlen haben für sich gesprochen." — T. Wenger, Geschäftsführer Grünfeld Mechanik AG

Wie wir arbeiten

Analyse und Machbarkeit

Wir kommen vorbei, schauen uns den Prozess an und sagen ehrlich, ob KI hier einen messbaren Vorteil bringt. Manchmal ist die Antwort nein. Dann empfehlen wir eine einfachere Lösung und sparen Ihnen Geld.

Datenerfassung und Aufbereitung

Gute Modelle brauchen gute Daten. Wir helfen beim Labeling, bei der Bereinigung und beim Aufbau einer Datenpipeline, die auch nach Projektende funktioniert.

Modellentwicklung

Training, Evaluation, Iteration. Wir nutzen bewährte Architekturen und passen sie an. Kein Forschungsprojekt, sondern angewandte Technik mit klarem Ziel.

Integration und Betrieb

Das Modell muss in Ihrer Umgebung laufen. Wir kümmern uns um Deployment, Monitoring und Wartung. Und wir dokumentieren alles so, dass Ihr internes Team es versteht.

Zweite Fallstudie

Dokumentenautomatisierung bei Fiducia Treuhand

Fiducia Treuhand in Lausanne verarbeitet monatlich rund 2'400 Eingangsrechnungen für ihre Mandanten. Bis 2024 wurden diese manuell in die Buchhaltungssoftware übertragen.

Wir haben ein System aufgebaut, das Rechnungen per OCR liest, die relevanten Felder extrahiert und direkt in Abacus importiert. Die Fehlerquote liegt bei unter 3 %. Was nicht automatisch erkannt wird, landet in einer Nachbearbeitungswarteschlange.

Zeitersparnis pro Monat: etwa 35 Stunden. Die Mitarbeiterin, die vorher Rechnungen tippte, betreut jetzt zwei zusätzliche Mandate.

Büroarbeitsplatz mit Rechnungen und Datenextraktions-Software

Häufige Fragen zu unseren KI-Projekten

Antworten auf das, was Kunden vor dem ersten Gespräch wissen wollen.

Wie lange dauert ein typisches Projekt?

Das hängt stark vom Umfang ab. Ein Machbarkeitscheck dauert ein bis zwei Wochen. Ein Pilotprojekt mit funktionierendem Prototyp liegt meist zwischen acht und sechzehn Wochen. Die Skalierung auf den Produktivbetrieb kann weitere vier bis acht Wochen beanspruchen.

Müssen unsere Daten in die Cloud?

Nein. Wir bieten On-Premise-Lösungen an, die vollständig in Ihrem Netzwerk laufen. Wenn Sie Cloud bevorzugen, arbeiten wir mit Schweizer Rechenzentren. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Was kostet ein Pilotprojekt?

Pilotprojekte starten bei CHF 25'000. Der genaue Preis hängt von der Komplexität der Daten und der benötigten Integration ab. Im Erstgespräch geben wir eine realistische Schätzung.

Brauchen wir ein internes Data-Science-Team?

Nicht zwingend. Wir können das System komplett betreiben. Langfristig empfehlen wir aber, intern Kompetenz aufzubauen. Dafür bieten wir Schulungen an, die auf Ihr konkretes System zugeschnitten sind.

Welche Branchen bedient ihr?

Produktion, Treuhand, Logistik, Gesundheitswesen und Detailhandel. Die Methoden sind übertragbar; die Anpassung an die Branche passiert in der Daten- und Integrationsphase.

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